Dornhausen: Schon wieder ein „Heldengedenken“ am Grab des Wehrmachtssoldaten und Altnazis Hans-Ulrich Rudel

In einem am 27. Dezember 2014 veröffentlichten Internetartikel der rechtsradikalen Partei „Der 3.Weg“ wird über ein erneutes “Heldengedenken” am Grab des Wehrmachtssoldaten und Altnazis Hans-Ulrich Rudel in Dornhausen berichtet. Als Veranstaltungsdatum wird dabei der 21. Dezember 2014 angegeben. Damit haben die Neonazis im vierten Jahr in Folge das Grab, im Rahmen eines “Heldengedenkens”, heimgesucht.

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Bereits am 20. November 2011 waren mehrere Aktivisten der neonazistischen Kameradschaften “Division Franken” und der “Freien Nationalisten Weißenburg” auf dem Friedhof in Dornhausen aufgetaucht. Zudem verteilten sie damals im Ort ein die Wehrmacht verherrlichendes Flugblatt mit dem Titel  “Wir gedenken unserer Helden”. Das Weißenburger Tagblatt berichtete darüber am 23. November 2011 unter dem Titel “Neonazis auf dem Friedhof“.

Das zweite Heldengedenken fand am 18. Dezember 2012 statt. Siehe dazu auch den Artikel “Erneutes “Heldengedenken” der Neonazis” vom 15. Januar 2013. Das dritte Heldengedenken wurde am 17. Dezember 2013 durchgeführt. Siehe dazu auch den Artikel „Erneutes Heldengedenken am Rudel-Grab in Dornhausen“ vom 7. Januar 2014.

Damit führen die rechtsradikalen Neonazis die Gedenkarbeit von verfassungsfeindlichen Organisationen wie der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) fort. Diese hatte zuletzt im November 2004 ein Heldengedenken veranstaltet. Seit dem 31. März 2009 gilt sie als verbotene Organisation. Nach ungeprüften Quellen gab es am 18. Dezember 2008 eine weitere rechtsradikale Zusammenkunft.

Weißenburg: Rechtsradikale Partei lässt Flyer verteilen

Am Mittwoch, den 17. Dezember 2014, um 19:30 Uhr wurde in mehrere Briefkästen im Stadtgebiet von Weißenburg Flyer der neuen rechtsradikalen Partei “Der 3. Weg” eingeworfen. Nazi-Gegner beobachten dabei Martin B. aus Weißenburg mit einer weiteren Begleitperson.

Im Flyertext versuchen die Rechtsradikalen den Kirchweihvorfall des Weißenburger Stadtrats Erkan Dinar für ihre rechtsradikalen Ansichten auszulegen. Dabei soll auch das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen sowie der Freundeskreis Jugendzentrum e.V. mit falschen Behauptungen diskreditiert werden. Als im Sinne des Presserechts verantwortliche Person wird ein Klaus Armstroff aus Weidenthal in Rheinland-Pfalz angegeben. Gegen die beteiligten Personen sind Anzeigen sowie Strafanträge in Vorbereitung.

Antworten der Bayerischen Staatsregierung zu rechten Aktivitäten im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Bereits am Mittwoch, den 10. September 2014, stellte das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen über die beiden Landtagsabgeordneten Katharina Schulze und Martin Stümpfig, beide Bündnis 90/DIE GRÜNEN, eine schriftliche Anfrage zu rechtsextremen Aktivitäten im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen an die bayerische Staatsregierung. Seit dem 5. Dezember 2014 liegen die Antworten nun unter der Drucksache 17/3734 vor. Dazu erklärt der Sprecherrat des Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen:

„Ins Auge sticht bei 185 rechtsextremistisch motivierten Straftaten seit 2001 die niedrige Aufklärungsquote von nur 33 Prozent. Insgesamt wurden 17 verschiedene Straftatbestände aufgelistet. Darunter auch gefährliche Körperverletzung oder Landfriedensbruch. Bei 72 Prozent der Straftaten geht es um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. 42 Prozent der Straftaten wurden im erfassten Zeitraum in Weißenburg begangen. Die Antworten zu den anderen Fragen sind leider nicht sehr aussagekräftig.“

Pleinfeld/Weißenburg: Anzeige wegen Volksverhetzung

Am Sonntag, den 9. November 2014, kam es nach bisher ungeprüften Quellenangaben angeblich zu einer Flyeraktion im Pleinfelder Ortsteil Mackenmühle, im Weißenburger Ortsteil Wülzburg sowie anderen umliegenden Ortschaften.

Die rechtsradikale Partei „Der 3. Weg“ versucht nun in einem volksverhetzenden Artikel zur Flyerverteilung die Bevölkerung gegen Flüchtlinge aufzubringen. Das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen hat Anzeige wegen Volksverhetzung gegen den Verfasser des Artikels gestellt.

Sprecherrat neu gewählt – Kurdisch-Deutsche Freundschaftsgesellschaft neu im Bündnis

Das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen hat in seiner Sitzung am Dienstag, den 2. Dezember 2014, den Sprecherrat des Bündnisses neu gewählt. Nach intern erfolgter Aussprache und Diskussion wurde der Sprecherrat mit vier Personen neu besetzt. Gewählt wurden Hamit Bakir („So fremd ?- So nah ?- Verein für Interkulturelle Begegnung e.V.“), Erkan Dinar (DIE LINKE), Christopher Gruber (Freundeskreis Jugendzentrum e.V.) sowie Victor Rother (Linksjugend [’solid]).

Das Gründungsmitglied des Bündnisses Harald Dösel stellte sich nicht mehr zur Wahl und schied somit aus dem Sprecherrat aus. Das Landkreisbündnis gegen Rechts und der neu gewählte Sprecherrat bedankt sich herzlich für die von ihm geleistete jahrelange und unermüdliche Arbeit im Bündnis. Nach der Wahl wurde als elfte Partnerorganisation die Kurdisch-Deutsche Freundschaftsgesellschaft e.V. Weißenburg ins Bündnis aufgenommen.

Weißenburg: Nationalisten bekennen sich zu einer Internetkampagne gegen Nazigegner

Das Aufgehen der rechtsradikalen Freien Nationalisten Weißenburg (FN WUG) in die Partei “Der III.Weg” wird immer klarer. Bereits am 28. April 2014 hatte die Gruppe eine Einstellung der Aktualisierungen ihrer Internetseite bekannt gegeben. Nun beteiligten sich Neonazis an einer Kampagne gegen den Weißenburger Amts- und Mandatsträger der Partei DIE LINKE und Mitsprecher des Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen Erkan Dinar.

Dieser hatte in der Nacht des 15. August 2014 auf dem Weißenburger Kirchweih eine Auseinandersetzung mit der Security des Weinzelts sowie mit Einsatzkräften der Polizei. Trotz der noch laufenden Ermittlungen hat es gegen den langjährigen Nazigegner eine massive Vorverurteilung gegeben. Daran beteiligten sich federführend, durch die Schaffung einer Facebookseite unter dem Titel “Wir fordern den Rückstritt von Erkan Dinar als Stadtrat”, bekennende Nationalisten. Innerhalb kurzer Zeit unterstützen über 800 Facebook-User/innen mit einem “Gefällt mir”- Klick die Seite. Wobei nicht klar ist, wie viele von den Unterstützer/innen der Seite auch wirklich aus der Stadt Weißenburg sind. Mittlerweile haben die Seitenbetreiber angekündigt die Seite zu löschen. Zuletzt gepostet wurde ein Artikel zum Fall von der Internetseite der Partei “Der III. Weg”.

Ellingen: Ausländerfeindliche Lieder und körperlicher Angriff

Am Sonntag, den 24. August 2014, um 1 Uhr sangen in einem Shuttlebus mehrere junge Männer ausländerfeindliche Lieder auf dem Weg von der Weißenburger Kirchweih zum Sommerkeller in der Stadt Ellingen. Ein 20-jähriger Fahrgast, welcher die Jugendlichen aufforderte den Gesang zu unterlassen, sowie seine 23-jährige Begleitung und ein weiterer Fahrgast wurden bei der Ankunft in Ellingen von der Gruppe körperlich angegriffen.

Bis zum Eintreffen der Polizei konnte sich die Gruppe mit Taxen absetzen. Die Tatbeteiligung von einem 18-jährigen, welcher vor Ort noch anzutreffen war, wird überprüft. Hinweise zum Tathergang sowie Informationen zum Täter/innenkreis können, per E-Mail an die Adresse kontakt@wug-gegen-rechts.de, auch dem zivilen Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen mitgeteilt werden.

Weißenburg: Rechter ohrfeigt Jugendlichen

Am Sonntag, den 17. August 2014, um 0:30 Uhr gab es einen Übergriff von Rechten auf zwei Jugendliche aus Weißenburg. Auf dem Heimweg von der Weißenburger Kirchweih wurden zwei Jugendliche von einer vierköpfigen Gruppe von Leuten bei der Weißenburger Mogetissa Therme heran gewunken. Als sie sich der Gruppe nährten, erkannten sie die beiden stadtbekannten Rechten Martin B. und Danny B. mit weiteren unbekannten Personen.

Nach Aussage der beiden Jugendlichen folgten Beleidigungen gegen sie und sogar durch einen der beiden stadtbekannten Rechten eine Ohrfeige gegen den jüngeren Jugendlichen. Der andere Jugendliche ging daraufhin dazwischen, woraufhin er von den anderen drei Personen der rechten Gruppe bedrängt und geschubst wurde. Beim Versuch sich vom Ort des Geschehens zu entfernen, rannte man den beiden Jugendlichen hinterher. Trotz dieser erneuten Provokation konnten die Jugendlichen – nach einer erneuten verbalen Auseinandersetzung – den Nachhauseweg fortsetzen.

Weißenburg: Erneut rechte antidemokratische Propaganda entdeckt

Am Samstag, den 16. August 2014, wurde das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen von einem besorgten Bürger über neue Sprüharbeiten von rechten Kreisen informiert.

Die bereits zwischen der Minigolfanlage und dem Freibad, mit einer per Schablone auf den Boden, gesprühten Worte „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“ mit einer menschlichen Silhouette daneben finden sich nun auch mehrfach zwischen dem Weißenburger Hallenbad, auf dem Gelände des Werner-von-Siemens-Gymnasiums vorbei bis hin auf dem Weg an den Schulsportplätzen in Richtung des Parkplatzes neben dem Festplatzgelände. Auch dieser Weg wird zur Kirchweihzeit stark frequentiert. Siehe auch den Artikel „Weißenburg: Rechtsradikale Sprayerarbeiten auf dem Weg zum Kirchweihplatz“ vom 15. August 2014.