Landtagsabgeordneter wurde körperlich angegriffen

Am Samstag, den 21. Juli 2012, fanden gleich drei Kundgebungen von Neonazis des Freien Netzwerk Süd (FNS) nacheinander in Landsberg am Lech, Bobingen und Augsburg statt. Mitten dabei auch Mitglieder der Freien Nationalisten Weißenburg. In allen drei Fällen wurde die Öffentlichkeit von den Behörden NICHT informiert. Während die späte Information der Öffentlichkeit im Vorfeld der Neonazi-Kundgebung am 10. März 2012 in Weißenburg eine bedauerliche verwaltungsinterne Panne des Landratsamts darstellte, gab es nun in diesen drei Städten die Absprache, nicht an die Öffentlichkeit zu gehen. Ein von der Bevölkerung breit getragener großer Protest konnte deshalb auch nicht organisiert werden.

Als sich NazigegnerInnen in Landsberg am Lech spontan dazu entschlossen, die Neonazis mit Ihrer verbrecherischen Demagogie nicht ungestört zu lassen, kam es zu gewalttätigen Übergriffen. Der Landtagsabgeordneten der Grünen, Ludwig Hartmann, wurde sogar körperlich angegriffen und verletzt.

Ludwig Hartmann, MdL, wird brutal angegangen – Foto: a.i.d.a.-Archiv

Auf Bildern des a.i.d.a.-Archivs in einem Beitrag des Bayerischen Fernsehens vom Montag, den 23. Juli 2012, kann man erkennen, wie Martin B. aus Weißenburg ein Transparent mit dem Logo des neonazistischen “Infoportals Schwaben” und der Aufschrift “Dieses System bringt uns den Volkstod – unser Volk stirbt” hält. Laut a.i.d.a.-Archiv soll das vom “Infoportal Schwaben” verwendete Logo, eine Feder, auch an den führenden Antisemiten und NS-Wirtschaftspolitiker Gottfried Feder erinnern.

“Feder veröffentlichte den Text “Das Programm der NSDAP und seine weltanschaulichen Grundlagen”, seine antisemitischen Hetzschriften werden in Adolf Hitlers “Mein Kampf” lobend erwähnt. Feders wirtschaftspolitische Vorstellungen fanden 1920 Eingang in das “25-Punkte-Programm” der NSDAP. Seine Thesen dienten als Begründung für die nationalsozialistische Politik, alle Jüdinnen und Juden aus dem wirtschaftlichen Leben auszuschließen.” (a.i.d.a.-Archiv)

Der erst letzte Woche wegen Diebstahl und Beleidigung strafrelevant aufgefallene Nico K. aus Weißenburg trägt eine Schwert/Hammer-Fahne. Die gekreuzten Hammer und das Schwert sollen dabei eine Volksgemeinschaft aus Soldaten und Arbeitern symbolisieren. Benutzt wurde das Symbol u.a. von den Gebrüdern Gregor und Otto Strasser, die den »nationalrevolutionären« Flügel in der NSDAP anführten. Ab 1929 war es Gaufeldzeichen der Hitlerjugend (HJ). In den 90er-Jahren wurde es in der Neonazi-Szene u.a. als »Symbol der Nationalen Revolution« gedeutet. Im neonazistischen Spektrum ist es in den letzten Jahren zunehmend populär geworden und verdeutlicht den Bezug auf pseudo-sozialistischen Phrasen der Neofaschisten. (www.dasversteckspiel.de)

Joshua W. aus Treuchtlingen trägt erneut eine schwarze Fahne mit der Aufschrift „Weißenburg“. Diese trug er auch schon bei der Neonazi-Kundgebung in Weißenburg

Das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen wird sich zwecks Hilfeleistung bei der Aufklärung der Vorfälle direkt mit dem grünen Landtagsabgeordneten in Verbindung setzen. Der TV-Beitrag aus der Sendung „Schwaben und Altbayern Aktuell“ kann hier runtergeladen werden.

Die Neonazis erreichten Ihr Ziel. Das Transparent „Landsberg Stadt hat Nazis satt“ wurde von der Polizei beschlagnahmt – Foto: a.i.d.a.-Archiv

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