Palmenklau führte zu Anzeigen wegen Diebstahl und Beleidigung

In der Nacht von Freitag, den 20. Juli 2012, auf Samstag, den 21. Juli 2012, belästigten stadtbekannte Neonazis mit Anhang auf dem dreitägigen Altstadtfest in Weißenburg immer wieder NazigegnerInnen auf der Straße und in Gaststätten.

Die Krone setzte sich dabei die Person Nico K. aus Weißenburg auf, welcher erst vor einigen Wochen dabei beobachtet wurde wie er auf der 1. Weißenburger Fanmeile zur Fußball-Europameisterschaft den NPD-EM-Spielkalender verteilte, als er in einer Kneipe eine Palme entwendete und sich damit schnell entfernte. Kneipenbesucher konnten Ihn nach einigen Metern stellen und die Pflanze sicher stellen. Es wurde Anzeige erstattet wegen Diebstahl und Beleidigung.

Neonazis stören Vortrag zu Neonazismus und Rassismus in Bayern/Franken

Im Schwanstetter Ortsteil Leerstetten (Landkreis Roth) störte am Mittwoch, den 11. Juli 2012, der rechtsradikale Nazi-Aktivist Martin B. aus Weißenburg eine Vortragsveranstaltung der Volkshochschule der Gemeinden im Landkreis Roth und der Marktgemeinde Schwanstetten mit 100 BesucherInnen.

Dort hielt gerade Birgit Mair, Rechtsextremismusexpertin am Nürnberger Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB), in der gemeindeeigenen Kulturscheune, einen Vortrag unter dem Titel „Neonazismus und Rassismus in Bayern/Franken“. Als sich der vermeintlich führende Kopf der Freien Nationalisten Weißenburg zu erkennen gab flog er sofort unter Unmutsäußerungen der anderen Gäste raus. Derweil verteilten vor dem Veranstaltungsort weitere Mitglieder der rechten Szene im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen einen Hetzflyer gegen die Referentin des Abends.

Bereits am 9. Januar 2012, bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern – Demokratie stärken – Rechtsradikalismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in der Weißenburger Stadtbibliothek, erhielt Martin B. aus Weißenburg ein Hausverbot. Auch schon damals war Birgit Mair die Referentin des Abends. Es folgte noch am gleichen Abend ein Schmäh- und Hetzartikel auf der Homepage der lokalen Neonazis gegen die kompetente Kennerin der Naziszene sowie die OrganisatorInnen der Ausstellung.

Neonazis belagerten das JuZ Weißenburg

Eine Gruppe von stadtbekannten Neonazis, darunter die Weißenburger Alexsander K., Martin B., Danny B., Roman S. aus Pleinfeld und Joshua W. aus Treuchtlingen, belagerte am Sonntag, den 8. Juli 2012, das Weißenburger Jugendzentrum. Einer in die Räume des Jugendzentrums Weißenburg eingedrungenen Person wurde von den ehrenamtlichen Verantwortlichen sofort Hausverbot erteilt. Im Anschluss schlichen die Neonazis um das Gebäude, um über die Fenster einen Einblick ins Jugendzentrum zu bekommen und sich die Namen der Ihnen bekannten Besucher/innen des Jugendzentrums Weißenburg zu notieren. Die Polizei nahm dem Neonazi Danny B. aus Weißenburg die Liste ab. Den Personen wurde ein Platzverbot erteilt.

Wohl um Ihn einzuschüchtern, verfolgte die Neonazigruppe im Anschluss einen der Sprecher des Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen auf seinem Nachhauseweg. Wie auch schon in der Nacht vor dem Konzert der „Toten Hosen“ ließen sich die Ehrenamtlichen des Jugendzentrums sowie die Besucher/innen nicht von den gewaltbereiten Rechtsradikalen provozieren.

Neonazis bedrängen Kneipengäste

Seit Wochen kommen die Besucher/innen von Weißenburger Kneipen nicht zur Ruhe. Immer wieder tauchen stadtbekannte Neonazis mit Anhängsel davor auf und bedrängen die Gäste sowie Bedienungen. So auch geschehen in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 2012.

Nach dem Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Griechenland tauchte eine Gruppe von 15 Personen vor der Musikkneipe „Torwart“ auf und warf eine Rauchgranate bevor die Mitglieder der Gruppe wegrannten. Als die Rauchgranate bereits nach einigen Sekunden wieder von selbst erlosch und sich damit die erwartete Wirkung nicht einstellte, kamen sie zurück und provozierten weiter, bis die Polizei anrückte. Die Rauchgranate wurde trotz Hinweisen von den Sicherheitsbehörden nicht sichergestellt. Diese erhielt nun das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen ausgehändigt.

Noch war die Rauchgranate “nur” ein Blindgänger

Die gleiche Gruppe zog im Anschluss in die Weißenburger Innenstadt, um beim Gotischen Rathaus die Gäste der Café-Bar „Mocambo“ mit Flaschen zu bewerfen. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand.

Am Freitag, den 29. Juni 2012, wurden die Gäste der Musikkneipe „Torwart“ erneut belästigt. Die Neonazis wollten dabei nicht akzeptieren, wieso vom Hausrecht Gebrauch gemacht wird, um Neonazis zum Verlassen der Kneipe zu bewegen.

Am Samstag, den 7. Juli 2012, wurden die Gäste der Musikkneipe „Torwart“ Zeuge eines sonderbaren Schauspiels. Ein Rechtsradikaler rannten mit einer Reichskriegsflagge ausgerüstet und mit der dummen Parole „Frei, Sozial und National“ am Biergarten vorbei. Danach folgte wieder das bekannte Spiel des Anpöbelns der Gäste. Diese ließen sich allerdings auf keine Provokationen ein. Am gleichen Abend wurde auch noch der Kundenstopper des Irish Pubs O`Keys beschädigt.

Die von der lokalen Neonaziszene jüngst behauptete Eigenständigkeit Ihrer Gruppierung von der rechtsradikalen NPD erweist sich derweil als bewusste Falschbehauptung, um die strafrechtlich relevanten Vergehen vor Ort zu kaschieren. So verteilten die Neonazis um Martin B. und Danny B. aus Weißenburg Materialien der NPD auf der Fanmeile zur Fußball-EM in Weißenburg und Nürnberg.

Schnipsel mit neonazistischen Aufdruck am Weißenburger Bahnhof

Am Samstag, den 23. Juni 2012, wurden am Bahnhof Weißenburg über 50 Schnipsel mit dem Aufdruck “Dein Volk stirbt – wehr dich!!!” entdeckt. Engagierte NazigegnerInnen entfernten umgehend die Nazipropaganda.

In der Vergangenheit sind Papierschnipsel mit ähnlich rassistischem Inhalt bereits in Weißenburg und Gunzenhausen aufgetaucht. Das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen sieht einen Zusammenhang zum gleichen TäterInnenkreis.

Sie sagten doch, sie wollten nur Geburtstag feiern…

Auf Initiative des Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen ist Landrat Gerhard Wägemann aktiv geworden und hat dem Hotel- und Gaststättenverband im Landkreis Weißenburg-Gunzenhusen eine Informationsbroschüre gegen Rechtsextremismus übergeben.

Mit den darin enthaltenen Informationen sollen Wirte für die Strategien von Neonazis sensibilisiert werden. Wie wichtig es für Wirte ist über Ihre eigene Rechte informiert zu sein hat sich erst vor einigen Wochen in Nürnberg gezeigt. Dort nahm eine mutige Wirtin Ihr Hausrecht war und zeigte den Neonazis die Tür. So fiel eine von Neonazis geplante Holocaust-Konferenz ins Wasser.

Die Informationsbroschüre kann bei der Kreisvorsitzenden des Hotel- und Gaststättenverbands im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Frau Beate Jäger, im Jägerhof in Absberg abgeholt werden. Bei der Herbstvollversammlung wird die Broschüre auch an die Mitglieder verteilt werden. Gerne stellen wir Ihnen die Broschüre auch hier zur Verfügung.

Infostand bei Sommer und Sonne erfolgreich

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich engagierte NazigegnerInnen vor der Weißenburger Karmeliterkirche um für ein Verbot der neonazistischen NPD zu werben und Unterschriften zu sammeln.

Auch der Weißenburger Oberbürgermeister Jürgen Schröppel ließ es sich nicht nehmen persönlich beim Infostand seine Unterschrift für ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD abzuliefern. Insgesamt konnte das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen innerhalb von 3 Stunden 145 Unterschriften zusammentragen.

Wenn auch Sie die NoNPD-Kampagne unterstützen wollen können Sie die Unterschriftenlisten direkt hier runterladen. Zurückschicken können Sie die Listen an: Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen, Postfach 223, 91771 Weißenburg.

Gleich hinter Landrat Wägemann trug sich OB Schröppel in die Liste ein

Landrat Wägemann und OB Schröppel fordern Verbot der NPD

Am Samstag, den 23. Juni 2012, startet die Unterstützungskampagne des Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen zur Einleitung eines neuen Verbotsverfahren gegen die neonazistische NPD. In der Zeit von 9 bis 13 Uhr kann vor der Weißenburger Karmeliterkirche, in der Luitpoldstraße, die NoNPD-Kampagne der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) mit einer persönlichen Unterschrift unterstützt werden.

Als Erstunterzeichner haben Landrat Gerhard Wägemann und Oberbürgermeister Jürgen Schröppel Ihre Unterstützung zugesagt. Während Landrat Gerhard Wägemann, heute leider terminlich verhindert, bereits am Mittwoch im Landratsamt seine Unterschrift tätigte wird Oberbürgermeister Jürgen Schröppel persönlich um 10 Uhr zur Unterschriftenabgabe anwesend sein.

Wenn auch Sie die NoNPD-Kampagne unterstützen wollen können Sie sich gerne direkt am Infostand eigene Unterschriftenlisten mitnehmen oder es direkt hier runterladen. Zurückschicken können Sie die Listen an: Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen, Postfach 223, 91771 Weißenburg.

Brandanschlag auf Fahrrad und Haus

Ein Fahrrad, am Haus des Nazigegners in Weißenburg, an dessen Mehrfamilienhaus erst in der Nacht von Freitag, den 15. Juni 2012, auf Samstag, den 16. Juni 2012, die Buchstabenkombination “NSU” (Nationalsozialistischer Untergrund) geschmiert wurde, ist Ziel eines gemeingefährlichen Brandanschlags geworden.

Das Zweirad war, in einem von der Straße nicht einsehbaren Bereich, zwischen zwei Häusern abgestellt gewesen. Brand- und Rauchspuren sind an beiden Häusern zu sehen. Der immer noch vorhandene Brandgeruch lässt die Benutzung von Brandbeschleuniger vermuten. Allein im Haus des Nazigegners leben drei Wohnparteien mit Kindern. Darunter auch eine Familie aus der Türkei. Ein Übergreifen des Feuers auf beide Häuser hätte eine furchtbare Tragödie auslösen können.

Das Landkreisbündnis geht davon aus, dass der Brandanschlag eine gezielte Attacke lokaler Neonazis war, mit welcher Nazigegner/innen eingeschüchtert werden sollen, und fordert die Ermittlungsbehörden auf, dringend tätig zu werden, um den oder die Täter/innen dingfest zu machen

Die neonazistischen Aktivitäten der letzten Monate haben gezeigt, dass sich die rechte Szene vor Ort immer stärker radikalisiert und auch vor Drohungen gegen AntifaschistInnen sowie Gewalt nicht zurückschreckt. Alle Kräfte müssen jetzt mobilisiert werden, um die braunen Propaganda- und Gewalttaten ein für alle Mal zu beenden.